Grünes Gold

Wie sieht es aktuell in deinem Gewürzregal und den Balkontöpfen aus? Und weisst du, wie diese Kräuter im Körper wirken und wie du sie zur Förderung der Gesundheit nutzen kannst?


Heilkräuter spielen im Ayurveda eine essenzielle Rolle: zur Entspannung und Entgiftung oder für ein besseres Gedächtnis. Einfache Alltagsbeschwerden lassen sich mit ihnen auf besonders sanfte Weise behandeln. Viele heimische Kräuter haben ihre ganz besondere Wirkung auf die Gesundheit.

Die folgenden zwölf geläufigen Kräuter sind nicht nur in der Küche bedeutsam. Sie können dir auch bei diversen kleineren Beschwerden Linderung verschaffen.





Basilikum


Das beliebte Gewürzkraut ist heute Sinnbild für die italienische Küche und ist aus der mediterranen Küche nicht mehr wegzudenken. Das ist umso erstaunlicher, weil die Basilikum-pflanze ursprünglich nicht im Mittelmeerraum beheimatet war und eigentlich aus Nordwestindien stammt. Kräuterheilkundige empfahlen Basilikum schon in alten Zeiten gegen Unmut und Traurigkeit. Es stärkt die Verdauung, beruhigt die Nerven und wirkt gegen Migräne.


Bohnenkraut


Das Bohnekraut enthält das wertvolle ätherische Öl Carvacrol, das wirksam gegen Durchfall, Erbrechen und Koliken ist. Vor allem jedoch ist Bohnenkraut verdauungsfördernd und stark Blähungen reduzierend. Gleichzeitig hat es auch eine antiseptische Wirkung bei Verletzungen im Hals- und Rachenbereich.


Brennessel


Die Brennessel ist eine der wertvollsten Heilpflanzen, die der Mensch kennt. Man verwendet sie frisch, getrocknet als Tee, als Saft oder als Ektrakt aus ihrem Kraut oder ihren Wurzeln. Sie ist nicht nur ein Motor bei der Ankurbelung des Stoffwechsel, sondern wird auch vielfach bei entzündlicher Erkrankung eingesetzt.


Estragon


Estragon wird in der Heilkunde zur Verdauungs- und Gallenflussförderung eingesetzt, hilft bei Appetitlosigkeit, Magenschwäche oder Blähungen. Als Hausmittel gegen Muskelkrämpfe wirkt das Estragonöl, in Blattform kann es bei Schluckauf wirken.


Fenchel


Fenchel enthält viele ätherische Öle, Mineralsalze und die Vitamine A, B und C. Fenchel hilft bei Atemwegserkrankungen und krampfartigen Beschwerden in Magen und Darm. Fenchel wird gerne Verdauungstees beigemischt, um krampfartige Zustände zu mildern. Auch bei Kindern wirkt Fencheltee: er beruhigt und löst Krämpfe, hilft bei Husten und Erkältungen.


Kerbel


Im Kerbel sind eine Menge Eisen, Magnesium, Kalium und Zink enthalten. Das Gewächs hilft mitunter bei Kopfschmerzen, Infektionen und Entzündungen. Seine feinfiedrigen Blätter schmecken wie eine Mischung aus Petersilie und Anis. Am besten wird Kerbel frisch verwendet, denn getrocknet verliert er an Aroma und Wirkung.


Lavendel


Seinen Durchbruch als Heilpflanze erfuhr Lavendel durch Hildegard von Bingen. Sie vertrat zwar die Meinung, er nütze dem Menschen nicht zum Essen, doch seine Wärme und sein Duft wären gesund. So erfreuen wir Menschen uns seither an den beruhigenden und blähungswidrigen Eigenschaften und an der Milderung innerer Unruhe, nervöser Erschöpfung, Einschlafstörungen und Migräne. Daher darf er auch in keinem Duftsäckchen fehlen. Lavendel hilft zudem gut bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden, die sanfte Wirkung wird gerne in der Aromatherapie genutzt. Einreibungen mit Lavendelöl helfen bei rheumatischen Beschwerden, als Badezusatz wird Lavendel gegen Kreislaufstörungen angewendet.


Majoran


Majoran ist eine alte Arzneipflanze. Seine Blätter werden vor allem als Magen-Darm-Mittel verwendet. Wegen ihres scharfen und leicht bitteren Geschmacks wirken sie verdauungsstärkend, appetitanregend und nervenstärkend. Zudem lindert Majoran als ätherisches Öl Schmerzen und Krämpfe.


Rucola


Die in Rucola enthaltenen Senföle geben ihm nicht nur seinen intensiven Geschmack. Sie sorgen vor allem für die heilende Wirkung des Krauts: Rucola entwässert, fördert die Verdauung und ist reich an Folsäure. Das Vitamin B beugt unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz vor.


Salbei


Als Heilpflanze hat Salbei eine lange Geschichte, schon sein Name leitet sich vom lateinischen Wort salvus - für heil und gesund - ab. Traditionell ist die antivirale, bakterien-, entzündungshemmende sowie adstringierende Wirkung des Salbeis bekannt. Aufgrund seiner wertvollen Inhaltstoffe, vor allem seiner ätherischen Öle, wird er gerne zur Linderung von Entzündungen im Rachenraum eingesetzt. Auch als Gurgelmittel gegen Halsentzündungen, Heiserkeit oder Magen-Darm-Störungen wirkt Salbei, als Tee zusätzlich auch gegen Nachtschweiss. Vorsicht geboten ist bei einer längeren und hohen Dosierung, da Salbei auch Thujon enthält.


Thymian


In der Pflanzenheilkunde wird das Thymol vor allem wegen seiner entzündungshemmenden, krampflösenden und bakterientötenden Eigenschaften geschätzt. Echter Thymian ist ein hervorragendes Hustenmittel, das auch bei Keuchhusten hilft. Lösend wirkt Thymian ebenso im Magen-Darm-Trakt und hilft gegen Blähungen. Auch auf das Nervensystem hat Thymina eine beruhigende Wirkung, hilft als Tee gegen Einschlafstörungen und Alpträumen. Im entspannenden Dampfbad desinfiziert er die Atmungsorgane und erleichtert die Atmung.


Zitronenmelisse


Die Volksmedizin nutzt Melisse seit Jahrhunderten zur Unterstützung der Magenfunktionen und bei nervlichen Belastungen. Sie wirkt beruhigend und krampflösend, hilft bei Einschlafstörungen sowie im Entspannungsbad gegen Entzündungen der Haut. Ausserdem ist Zitronenmelisse auch gut gegen Erkältungskrankheiten geeignet.



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